Die Ramsau am Dachstein liegt auf einem Hochplateau auf etwa 1100 Metern Seehöhe und ist damit eine der wenigen österreichischen Berggemeinden, die sowohl im Sommer als auch im Winter gleichermaßen funktionieren. Kein Trichtertal, keine einzige Hauptstraße, die alles dominiert. Stattdessen: weitläufige Almflächen, ein direkter Blick auf den Dachstein-Gletscher und ein Wegenetz, das Wanderer, Radfahrer und Langläufer gleichermaßen bedient. Wer hier aktive Urlaubstage plant, sollte allerdings wissen, dass die Region mehr Vorbereitung verlangt als ein gewöhnlicher Sommerurlaub im Tal.
Die richtige Unterkunft als Ausgangspunkt
Bei einem Aktivurlaub steht und fällt vieles mit der Lage der Unterkunft. In der Ramsau bedeutet das konkret: Wer zentral zwischen Kulm und Rösslalm wohnt, spart täglich zwischen 20 und 40 Minuten Fahrzeit zu den meisten Ausgangspunkten. Appartements sind dabei für aktive Gäste oft die bessere Wahl gegenüber Halbpension-Hotels, weil flexible Abfahrtszeiten und selbst zubereitete Lunchpakete den Alltag deutlich einfacher machen.
Wer nach einer solchen Basis sucht, findet in der Region gut positionierte Betriebe wie die Appartements Ramsau im Landhaus Kirchgasser, die genau diesen Anspruch erfüllen: ruhige Lage, ausreichend Stauraum für Ausrüstung und kurze Wege zu den wichtigsten Trails. Für Familien mit Kinderwagen oder Gruppen mit viel Gepäck ist eine ebenerdige Unterbringung zusätzlich ein klarer Vorteil.
Wandern: Drei Routen mit unterschiedlichem Charakter
Das Wegenetz rund um die Ramsau umfasst über 200 markierte Kilometer. Drei Routen stechen für aktive Gäste besonders heraus:
- Dachstein-Südwanderweg (Runde über Hofpürglhütte): Rund 18 Kilometer, 850 Höhenmeter, Gehzeit etwa 6 Stunden. Anspruchsvoll, aber mit dem besten Panoramablick auf den Gletscher.
- Silberkarklamm: Kurze, spektakuläre Route durch eine enge Schlucht, etwa 3 Stunden, gut für Schlechtwettertage oder kürzere Ausflüge mit Kindern ab 8 Jahren.
- Almenrunde Ramsau: Flache 12-Kilometer-Runde über mehrere Almen, kaum Höhenmeter, ideal für Einsteiger oder als Erholungstag zwischen intensiveren Touren.
Wichtig: Der Dachstein-Gipfelbereich oberhalb von 2500 Metern ist selbst im August nicht wettergarantiert. Morgentouren mit Startzeit vor 8 Uhr reduzieren das Risiko von Gewitterüberraschungen deutlich. Einen Wetterbericht von Zamg.at am Vorabend zu checken ist Pflicht, kein optionales Extra.
Radfahren und E-Biken im Hochplateau
Die Ramsau ist keine klassische Mountainbike-Arena mit technischen Trails, sondern ein Paradies für Genussradler und ambitionierte Tourenfahrer. Das Plateau selbst ist weitgehend flach bis leicht hügelig, was es für E-Bikes ideal macht. Wer trotzdem Höhenunterschiede sucht, fährt die Rampen nach Schladming hinunter und nimmt die Gondel der Planai zurück.
Für Rennradfahrer bietet die Bundesstraße zwischen Ramsau-Ort und Ramsau-Kulm einen ruhigen Asphaltstreifen mit kaum Lastwagenverkehr. Mehrere lokale Verleihstationen bieten Tagesmieten zwischen 35 und 55 Euro für E-Mountainbikes, inklusive Helm und Schloss. Eine Reservierung per E-Mail 48 Stunden im Voraus ist besonders in der Hochsaison (Juli bis August) sinnvoll, da die Flotten klein sind.
Winteraktivitäten: Mehr als Skifahren
Die Ramsau ist international vor allem als Langlaufzentrum bekannt. Mit über 200 Kilometern gespurter Loipen gehört das Netz zu den größten zusammenhängenden Langlaufgebieten Europas. Die Strecken sind in drei Schwierigkeitsstufen unterteilt; die sogenannte „Runde um den Brandhof“ mit 14 Kilometern gilt als klassischer Einstieg für Wiedereinsteiger.
Wer keine Langlaufausrüstung mitbringt, findet Verleih direkt im Ort ab etwa 18 Euro pro Tag. Für Technikneueinsteiger lohnt sich eine Einzelstunde beim ortsansässigen Langlaufzentrum, die bereits für 30 bis 40 Euro buchbar ist und Grundfehler schnell korrigiert.
Abseits der Loipen bieten sich Winterwanderungen auf präparierten Wegen an. Der Weg zur Feisterhöhe (1782 m) ist auch im Winter gut begehbar und liefert einen freien Blick auf den Dachstein ohne technische Kletteranforderungen. Schneeschuhe sind für diesen Weg zwischen Dezember und März empfehlenswert, aber kein Muss.
Praktische Planung: Was oft übersehen wird
Ein häufiger Fehler bei der Urlaubsplanung in der Ramsau ist die Unterschätzung der Wettervielfalt. Selbst im Juli können die Temperaturen nachts auf 5 Grad fallen. Wer nur Sommerbekleidung einpackt, steht nach dem ersten Abendspaziergang vor einem Problem. Eine Fleecejacke und eine windabweisende Schicht gehören in jeden Rucksack, unabhängig vom Reisedatum.
Für Familien mit kleineren Kindern ist das Freilichtmuseum Stainach-Pürgg eine sinnvolle Regentag-Option, rund 30 Minuten Fahrt von der Ramsau entfernt. Das Museum zeigt bäuerliches Leben des 18. und 19. Jahrhunderts und ist für Kinder ab 5 Jahren verständlich aufbereitet.
Einkauf: Der nächste größere Supermarkt liegt in Ramsau-Ort selbst, allerdings schließt er wochentags bereits um 18:30 Uhr. Wer spät anreist oder lange Touren plant, kauft besser in Schladming (15 Autominuten) ein, wo Öffnungszeiten bis 20 Uhr Standard sind.
Ausrüstung: Was wirklich mitgenommen werden sollte
Eine ehrliche Checkliste für aktive Urlaubstage in der Ramsau sieht anders aus als die Standard-Empfehlungen im Internet. Keine Einträge wie „gute Laune“ oder „Abenteuerlust“, sondern konkrete Gegenstände:
- Wanderstöcke (reduzieren Kniebelastung bei Abstiegen um nachweislich bis zu 25 Prozent)
- Blister-Pflaster in ausreichender Anzahl (mindestens 6 Stück pro Person)
- Powerbank mit mindestens 10.000 mAh für GPS-Navigation über mehrere Stunden
- Bergwanderkarte 1:25.000 für die Region Dachstein, als Backup zur App
- Sonnencreme LSF 50 (UV-Strahlung auf 1100 Meter ist deutlich höher als im Tal)
Wer diese Liste abarbeitet, bevor er anreist, vermeidet die typischen Apothekenbesuche am ersten Urlaubstag, die fast jede Urlaubergruppe kennt.
Die Ramsau belohnt Vorbereitung. Wer weiß, was das Gebiet bietet, wie die Infrastruktur funktioniert und welche Ausrüstung tatsächlich gebraucht wird, verbringt hier eine Woche, die auch körperlich etwas bringt. Und das ist es letztlich, was von einem aktiven Urlaub erwartet wird.










